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Es gibt eine Regel, wenn es um die Bewertung von guten und schlechten künstlerischen Werken geht. Dabei hilft uns die Gausssche Verteilungskurve, auch Normalverteilung genannt. Wendet man sie auf den medialen Output der Jetztzeit an, erkennt man, dass es wenige so richtig schlechte und wenige so richtig gute Werke gibt. Der Großteil siedelt sich im Mittelfeld an, in einem Sumpf aus Serien, Musikalben, Filmen, Werbeblöcken und Musikvideos, denen man keinen Vorwurf machen kann. Sie sind eben Mittelmaß und können deshalb auch nicht wirklich kritisiert werden. Sie sind aber auch eins: Langweilig. Möchte man auffallen, muss man es schaffen, dass seine Arbeit nicht in diesem Sumpf verschwindet, sondern so gut ist, dass sie heraussticht. Oder man geht eben den anderen Weg und liefert etwas ganz ganz mieses ab.

Jaden – Batman (Regie: Moises Arias)

… Jaden, der Sohnemann von Will Smith, hat das getan. Er hat es nämlich nicht nur geschafft einen echt uninspirierten Song zu liefern, der eine Quasi-Kopie von Drakes „Jumpman“ darstellt. Er hat auch ein Video produzieren zu lassen, dass so albern ist, dass es die Abwärtsspirale von Trap einleiten könnte. Jaden bewegt sich darin in einem weißen Batman-Kostüm, das er aus unerklärlichen Gründen bereits 2014 zur Hochzeit von Kim Kardashian und Kanye West trug. Oder er rennt durch die Gegend mit seiner Haarpracht direkt vor seinem Gesicht, sodass man wirklich erstaunt ist, dass dieser junge Mann überhaupt das 18. Lebensjahr erreichen konnte. Der fährt ja sogar Auto damit! Oder er lässt sich von Tyler the Creator (WTF?) in einem weißen Sportauto durch die Gegend chauffieren. Eine Essenz gibt es dabei nicht; alles was bleibt ist ein Gefühl der Leere.

Dieses Video ist so irrelevant, dass es schon wieder relevant werden könnte. Es verstrahlt nämlich eine Faszination, die man sonst nur aus apokalyptischen Filmen kennt, nach denen man erst mal mehrere Minuten in den Spiegel glotzen muss, um wieder klar zu kommen.

Gott sei Dank, gab es in dieser Woche ein so doofes Video. Ansonten hätten wir wohl die tatsächlich guten Werke von Buddy oder Death From Above auszeichnen müssen.

Geboren 1988 in Ulm, lebt und arbeitet Jonathan Tyrannosaurus Kunz in Saarbrücken und leitet Kurse an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Er mag traurige Musik aus den Neunzigern und ist der beste Tischtennisspieler, den er kennt.