„Musik ist uns was wert“: Die neue Imagekampagne der GEMA

„Musik ist uns was wert“: Die neue Imagekampagne der GEMA

Heute Abend bin ich auf dem Nachhauseweg an der Hamburger U-Bahn Station Stephansplatz über die neue “Musik ist uns was wert” Imagekampagne der GEMA gestolpert.

Auf dem Plakat strahlt uns eine offensichtlich über 66 Jahre alte Dame in der heimischen Küche an. Ohne Techtdichter hätte ihr Leben nicht mit 66 angefangen, ist die Botschaft des Plakats. Natürlich spielt die Dame auf den Udo Jürgens Klassiker “Mit 66 Jahren” (das Video zu “Mit 66 Jahren” ist leider auf YouTube gesperrt), getextet von GEMA-Mitglied Wolfgang Hofer an.

“GEMA sensibilisiert mit Image-Maßnahmen für die Belange von Musikautoren”, heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter:

[...] In der Öffentlichkeit schwindet das Bewusstsein dafür, dass Musik einen Wert hat“, sagt Bettina Müller, Leiterin der Direktion Marketing & Kommunikation bei der GEMA. Die Image-Maßnahmen leisten für die Interessen der Musikautoren einen wichtigen Dienst. Sie betonen die Schutzwürdigkeit des schöpferischen Aktes und zeigen den Menschen, dass es ihre persönlichen musikalischen Sternstunden ohne die kreativen Leistungen von Textdichtern und Komponisten nicht gäbe.

Insgesamt sechs Plakatmotive illustrieren die kreative Vielseitigkeit der Musikurheber. Die Plakate zeigen Menschen in Situationen, in denen Musik sich mit ihrem eigenen Leben verbindet: im Tanztheater, beim Singen im Kirchenchor, beim Genuss des Lieblingsliedes. Jeweils in Kombination mit einem pointierten Slogan und dem Motto „Musik ist uns was wert“ machen die Motive den Betrachtern klar, dass wir alle ohne Musikautoren auf diese wertvollen Momente verzichten müssten. [...]

Mit dem Online-Wettbewerb „Das Konzert Deines Lebens“ weitet die GEMA die Image-Maßnahmen auch auf das Internet aus. Bei dem Gewinnspiel können Musiknutzer ihren Lieblings-Musikmoment beschreiben und erklären, weshalb er ihnen etwas wert ist. Zu gewinnen gibt es ein Konzert des persönlichen Lieblingsmusikers. Das Besondere an der Aktion: Der Gewinner darf selbst entscheiden, wo dieses Konzert stattfindet. Ob in der Stammkneipe, im örtlichen Sportverein oder auch im eigenen Wohnzimmer – auf diese Weise wird das Konzert für den Gewinner zweifellos zum „Konzert seines Lebens“. Mit dieser ungewöhnlichen Maßnahme macht die GEMA insbesondere junge Menschen darauf aufmerksam, dass auch die Musik, die ihnen etwas bedeutet, das Ergebnis eines oft mühsamen Schaffensprozesses ist. [...]

Botschaft gerade noch so verstanden. Doch was hat das alles mit der GEMA zu tun? Will uns die GEMA mit der Kampagne etwa indirekt sagen, dass wenn sie sich nicht für die Belange der Musikautoren einsetzen würde, wir auf Musik verzichten müssten? Meiner Meinung nach würde einfach eine andere Verwertungsgesellschaft den Job machen. Mit dem Unterschied, dass es wie in anderen Ländern auch z.B. mehr Musikvideos auf YouTube zu sehen gäbe. Und vielleicht wären weniger Clubs von der Schließung bedroht, als sie es durch die neuen GEMA-Tarfe sind.

Die GEMA möchte mit der Kampagne insbesondere jüngere Menschen erreichen und sensibilisieren. Wie seht ihr das, ihr Marketing-Profis und Werber? Erreicht die Kampagne ihr Ziel oder werden hier nur GEMA Gelder verbrannt?

PS: Was andere und GEMA Mitglieder sagen erfahrt ihr auf www.musik-ist-uns-was-wert.de.

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