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Live-Review: „LOtUSFLOW3r“, „Elixer“, „MPLSoUND“ und LOtUSFLOW3r.com

In Kritiken, Musik von Marc47 Kommentare

Heute ist ein großer Tag für die Prince Fans. Drei neue Alben („LOtUSFLOW3r“, „Elixer“, „MPLSoUND“) und eine neue Website lotusflow3r.com hat der kleine Mann Minneapolis heute an den Start gebracht.

Zwei Hardcore-Fans (Gunter und ich) werden heute gegen 20:00 Uhr die 77$ auf den Tisch legen und uns die Site sowie die 31 32 neuen Tracks von Prince und Bria Valente reinziehen. Hier und auf Twitter werden wir live jeden neuen Song und die Website besprechen.

By the way: The ticket code to access the website is 1986 & Los Angeles!

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[00.50 Uhr] Wir sind durch. Hat großen Spaß gemacht! lotusflow3r.com ist übrigens großer Mist.

[00.00 Uhr] Der neue Tag bricht an und wir legen los mit Elixer. Details gleich unten beim Plattencover von Elixer.

[23.58 Uhr] MPLSound ist durchgehört. Für uns das beste Prince-Album seit 20 Jahren. Weiter unten gibts die komplette Review zu MPLSoUND.

[22.16 Uhr] Wir sind kurz in der Küche, machen Salat und philosophieren dabei über die Zeit vor den Neunzigern, als Prince-Alben noch aus einem Guß waren. In ein paar Minuten geht’s weiter mit MPLSoUND.

[22.12 Uhr] So – LOTUSFLOW3R haben wir durchgehört – unser Fazit gibt’s weiter unten.

[20.51 Uhr] Lotusflow3r läuft und wir schreiben jetzt zu jedem Song was unter dem jeweiligen Album-Cover – also bitte runterscrollen.

[20.41 Uhr] Ich bin online und hab Elixer und MPLSoUND gefunden… Mein Screen hat aber auch 1920×1200 Pixel…

[20.31 Uhr] Gunter ist da. Los geht’s….

[20.12 Uhr] iTunes ist gefüttert. Ich wäre soweit.

[20.04 Uhr]  „LotusFlow3r“ ist auf der Platte. Gleich kann es losgehen. Gunter ist jedoch noch nicht da.

[19.58 Uhr] Ich finde den Link zu „Elixer“ und „MPLSoUND“ nicht…

[19.5$ Uhr] Download LotusFlow3r….

[19.50 Uhr] „Now. It’s time to begin your journey.“

[19.45 Uhr] Gunter ist auf dem Weg. Ich bin zuhause und versuche, mich auf lotusflow3r.com zu registrieren.

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Prince „LOtUSFLOW3r“:
From the Lotus. . . – Klingt zu Beginn wie ein Track von Rainbow Children.  Gunter meint, ein wenig  „Venus de Milo“ gehört zu haben. Insgesamt ist das instrumentale  „From the Lotus…“ mehr eine Skizze als ein Song.

Boom – Gunter ist zwar Gitarrist aber kein großer Freund von Gitarren-Musik. Das wird nicht sein Lieblingssong. Marc meint Auto-Tune-Effekte gehört zu haben – wenigstens ein Song in Princes bestem Falsetto – davon soll es ja nicht so viele geben auf den neuen Alben.

Crimson and Clover – ist nur auf der Target-Version drauf (also nur auf CDs aus dem Target-Shop). Wir hören die Version, die es vorab schon auf dieser Indie-Radiostation zu hören gab.  Ein Cover von Tommy James and the Shondells aus den 60ern. Prince macht es wahnsinnig gut – er macht etwas ganz eigenes draus. Gunter gibt Princes Version mehr als das Original. Marc sagt, er mag diesen Prince. Wunderbar! Super Track.

The Morning After – Doplphins 2? Gunter kann Sachen nur noch darüber beschreiben, dass er sie mit Sachen vergleicht, die er schon kennt. Akustik-Gitarren-LaLaLa mit E-Gitarren-Solo in der Mitte. Solide und fröhlich aber nicht mehr… Poppiger Gute-Laune-Track… Marc sagt, das wäre gut geeignet für die Solo-Piano-Session auf der nächsten Tour durch deutsche Clubs ;)

4EVER – Schon mal gehört… Sehr schöner Refrain. Richtige kleine Hymne, da können live alle mitschreien. Das Licht geht an und jetzt alle: „4eeeeeeeever!“. Typischer pfiffiger, poppiger Midtempo-Prince-Song.  Jetzt wirds kurz nachdenklich: Prince flüstert „I can be your future lover…“ Einmal richtig schön Prince mit allem, bitte. „Eternity is just a kiss away!“

Colonized Mind… – Kennen wir auch schon und freuen uns darum schon vorher wie die Könige. Ein bisschen 70er-mäßig – könnte auch von Hendrix sein. Großer Song – Marc meint „Best track so far.“ Jetzt setzt der Background-Chor ein – ein Anflug von Gänsehaut. Auf jeden Fall ein Song mit Tiefgang – ernst, ein bisschen melodramatisch. Und mit einem ganz großen Gitarrensolo und einem echten Klimax. Noch mal Gänsehaut.

Feel Good, Feel Better, Feel Wonderful – Wir tanzen innerlich. Funk! Endlich! Etwas zu clean im Sound aber live wird das auf jeden Fall der Hammer! Das hätte James Brown gefallen – da wird ohne Probleme eine 20-Minuten-Jam draus. Auf Platte inspiriert instrumentiert, vielschichtig, voller musikalischer Einfälle… Fällt stylistisch zwar aus dem Rest des bisherigen Albums ziemlich raus, das muss ja aber nix Schlechtes sein ;) Der war fett.

Love Like Jazz – Oh. Interessant. Jetzt also so’n Ding. Jetzt bringt der kleine Mann hier die Diner-Musik… Jazzclub-Atmosphäre – auf jeden Fall etwas 4 the ladies… Naja, läuft so durch. Jetzt könnten wir doch eigentlich den Salat schnippeln gehen, oder… Nix besonderes.

77 Beverly Park – Das ist Prince‘ letzte Adresse. Noch ein Instrumental… Sind das die italienischen Straßenmusikern, die immer vor seiner Einfahrt rumlungern? So was kennt Marc nur aus den Gondeln in Venedig. Prince sollte Nana Mouskouri verpflichten, die dazu irgendwas vom „Moon over San Pedro“ singt. So was hat man von Prince definitiv noch nicht gehört. Da ist mehr Costa Cordalis drin als Parade.

Wall of Berlin –  Das müsste unser Song sein – wir zwei könnten schließlich nicht zusammen sitzen, wenn der wall of Berlin nicht down gekommen wäre… Trotzdem: am Leipziger zieht der Song spurlos vorüber, hängen bleibt nichts. Marc findet ihn nicht schlecht – sehr rockiger Song halt. Fadet aus, als ob es eigentlich noch minutenlang weitergehen müsste. Die Berliner werden ihn nicht gerade zur ihrer neuen Hymne erklären…

$ – ein bisschen Mambo No. 5 jetzt. Super Brass, funky Gitarre, groovt entspannt und Prince nähert sich fast schon seiner Camille-Stimme. Die Kindermelodie vom Keyboard ist ’ne witzige Idee. Was zum Tanzen. Der war funky.

Dreamer – Die ganz große Rockshow. Verzerrte Wah-Wah-Gitarren, geile Basslinie, Hau-Rein-Drums. Jimmy Hendrix – are you listening? Oder Lenny Kravitz, wenigstens du? Gunter ist immer noch kein Rock-Fan, aber der Track ist auf jeden Fall ein amtliches Brett. Und dazu noch Bambi-eskes Geschrei wie von einem jungen Gott. Bambi ist immerhin 30 Jahre her! Schöner Rocksong mit allem drum und dran.

… Back to the Lotus – Scheint die Fortsetzung vom erstenTrack zu sein.  Instrumentaler, komplexer, psychedelischer, schwer zugänglicher Erguss. Rainbow Children lässt noch mal grüßen – auch in Form der durch den Vocoder gejagten Sprechstimmen am Schluß. Lässt uns in leicht beklemmender Stimmung zurück.

Gunters Fazit zu Lotusflow3r: Starker Anfang, schwacher Mittelteil, leichte Erholung zum Schluß. Alles in allem sehr kopflastiger Gitarrenrock, der leider wenig tanzbar ist. Der klare Höhepunkt „Feel Good, Feel Better, Feel Wonderful“ ist stylistisch leider ein totaler Fremdkörper ebenso wie das grottige „77 Beverly Park“. Die Hälfte der Songs haben trotzdem das Potential für meine persönliche Heavy Rotation – kein schlechter Schnitt.

Marcs Fazit zu Lotusflow3r: Fing sehr gut und interessant an. Höhenpunkt: „Feel Good, Feel Better, Feel Wonderful“. Dann ein paar Songs die noch wachsen müssen. Leichte Steigerung zum Ende hin mit „$“, „Dreamer“ und „… Back to the Lotus“.


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Prince „MPLSoUND“:
(There’ll Never B) Another Like Me Den Song kannten wir auch bereits. Der ist gut. Herrliche Synthie-Bassline. Reduced to the max. So lieben wir den Präääänzen. Never B another like der kleine Prince.

Chocolate Box Erneut die Old-School Drum Beats. Hechel, hechel. Geil. „Chocolate Box“ hört ihr demnächst im Club. – Q-Tip (!) singt den Hook-Chorus. Auto-Tune. Kraftwerk. Hechel, hechel. 6:30. Geil. Der drückt euch im Club gegen die Wand. Wir freuen uns schon auf die Remixe.

Dance 4 Me Ebenfalls ein sehr schöner und tanzbarer Track mit den geliebten Drums. Der Gesang könnte nach unserem Geschmack noch mit etwas mehr Engagement vorgetragen sein. Die funky Chicken Scratch Gitarren und das rythmische Pianospiel reißen es raus.

U’re Gonna C Me Break. – Aus dem Piano Track von „One Night Alone“ ist ein Song geworden. Nett. Und Andrea meint: Easy Listening im Stil von NDR 2. Gunter und Marc distanzieren sich von dieser Aussage.

Here Der Song will eigentlich dreckig und sexy sein, ist aber nur verspielt und eigentlich auch ein bischen albern. Vielleicht wirkt er ja bei den Ladies, bei uns jedenfalls nicht.

Valentina „Hey Valentina, tell your mama, she should give me a call.“ – Nicht mal der holprige B-Teil kann uns diesen Song versauen. P-Funk. Santana Medley. Großartig! Kleine Notiz am Rand: Wir haben zuerst „Hey Macarena“ verstanden. Kleiner Irrtum unsererseits.

Better with Time Wir haben uns bei dieser schönen Ballade mit Claire Fisher Strings eigentlich nur gefragt, wen er wohl mit diesem Track meint. Gunter hatte ne‘ Gänsehaut. Gunter ist high.

Ol’ Skool Company Dieser Song hätte wunderbar auch auf das schwarze Album gepasst. Camille ist im Haus. Die Hook ist catchy und simple, trägt aber nicht über die ganzen 7:30. Dennoch: Sehr guter Track. Tanzbar. Funky. Ein paar gute alte Bekannte begegnen uns im Text. Classic.

No More Candy 4 U „Peach“ instrumentiert wie „Annie Christian“. Weird und crazy Track mit Wachstumspotenial. Für genau so ein Zeug haben wir Prince immer geliebt.

Gunters Fazit zu MPLSoUND: Das beste Prince-Album seit 20 Jahren. Punktum.

Marcs Fazit zu MPLSoUND: Stimmt.


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Bria Valente „Elixer“:

Here Eye Come – Ein Gedanke drängt sich sofort auf: Warum singt hier nicht Prince? Der Sound ist genau seine Handschrift. Im Refrain deutliche Anleihen bei Sade, Bria hat aber nicht ganz ihre Klasse… Trotzdem: Wir mögen den Track beide sehr.

All This Love – Auch schön. Extrem groovy aber relaxed – ein bisschen Stevie-Wonder-mäßig. Swingt mit einer wunderbaren Leichtigkeit aus den Boxen – ein bisschen New Modern Soul und sogar eine Prise Acid Jazz. Jetzt ein cooles E-Piano-Solo wie es Jamiroquai nicht besser hätten liefern können. Prince hat ihr scheinbar ein paar richtig gute Songs gegeben.

Home – Erinnert uns sofort an Janet, kommt allerdings ein bisschen beliebig daher. Auch der Song hätte von Prince gesungen wahrscheinlich mehr Power. Ein bisschen weniger Weichspüler hätte der Aufnahme gut getan.

Something U Already Know – Erster Eindruck: sehr schön. Warme, echte Drums, schöner Fender Rhodes Teppich, entspannter Fretless Bass… Den kann man schön bei romantischen Stunden zu zweit auflegen, ein Glas Rotwein dazu und ein dampfendes Lavendel-Bad. Marc verteilt gute Noten wegen des Klaviers.

Everytime – Das ist jetzt nix. Skip.

2Nite – Miss Valente stöhnt – erstmal nichts ganz Schlechtes. Wieder eine Janet-Jackson-Adaption – diesmal aber die tanzbare Ausgabe. Offensichtlich für den Club gedacht, dafür aber nicht pumpend genug. So Songs gibts zig mal in besser. Ein Füller.

Another Boy – Erinnert ein bisschen an „Sex In The Summer“. 1-A-Prince-Song, schön eingängig, pfifig instrumentiert , zurückgelehnt aber knackig – nervig ist nur die Britney-Spears-Telefonstimme im Hintergrund. Den mögen wir. Der ist gut.

Kept Woman – Harmlos. Die Stimme schwächelt hier zu sehr, ist zu dünn. Den hätte er mal besser Chaka Khan gegeben.

Immersion – Den hätte auch Prince‘ Gesang nicht gerettet. Schwächster Song des Albums. Brei. Und Skip.

Elixer – Na endlich: ein Duettvon Bria mit Prince. Die Streicher sind traumhaft – nicht so orchestral sondern eher Kammermusik-mäßig. Und wir meinen sogar eine Tuba zu vernehmen. Ansonsten leider eher schwach. Besonders der Refrain ist ein schlechter Scherz. Elixer ist eines der wenigen Worte, die im Englischen einfach Scheiße klingen. Und es wird nicht gerade besser dadurch, dass man es ständig wiederholt. Fahrstuhlmusik.

Marcs Fazit zu Elixer: Leider nur nett, aber einigen Tracks gebe ich eine zweite Chance.

Gunters Fazit zu Elixer: Eine positive Überraschung. Ich habe nichts erwartet und zumindest einige richtig gute Songs bekommen. Kein schlechtes Album – gut möglich, das ich es öfter höre. Trotzdem erwartungsgemäß nur ein ehrenvoller Platz 3.


über den Autor

Marc

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Marc hat Testspiel.de ins Leben gerufen und teilt hier seit 2005 seine Leidenschaft für Musik und das Internet.