„Schrader muss ein achtes Sinnesorgan haben, für den Unterhaltungswert der Normalität“ meint Die Zeit, der Musikexpress behauptet, seine Debüt-Platte mache „Pop- zu Hochkultur, ohne dass man es ihr übel nehmen will“ und die Kölner Rundschau findet es „überraschend, wie gut er sich mit Eisenbahn-Fotografie“ auskennt.

Mein erster bewusster Kontakt mit Albrecht Schrader geschah über das Musikvideo zu Nichtsdestotrotzdem. Ein Priester, der der versammelten Gemeinde bewusst macht, dass jedes einzelne seiner Schäfchen rein gar nichts Besonderes ist und im Anschluss beschwingt funky Stuff aus den ehrwürdigen Sakralpfeiffen rausorgelt? Genial. Erinnerte mich an die Szene aus Helge Schneiders Texas, in der Doc Snyder nach versehentlicher Tötung der Mutter die Xylophonschlägel auspackt und heiter drauflos jamt.

Es folgen sieben Fragen an Albrecht Schrader – die Antworten dazu gibt es im Originalton!

 

1. Mit welcher musikhistorischen Instanz fühlst du dich stärker verbunden: Mit der Hamburger Schule oder der ZDF-Hitparade?

 

2. Kann es sein, dass es bei deinem Schaffen bewusste künstlerische Strategie ist, Missverständnisse zu provozieren?

 

3. Du bist Teil des Ehrenfelder Rundfunk-Tanzorchesters beim Neo Magazin Royal. Unterscheidest du als Musiker und Performer zwischen Job und tatsächlicher Kunst? Benötigst du in deinem Leben beides für den allgemeinen kreativen Flow, also auch abseits von ökonomischen Interessen?

 

4. Wie sah deine praktische musikalische Sozialisation aus? Hättest du dir als Teenager vorstellen können, einmal diese Richtung einzuschlagen?

 

5. Was für ein Verhältnis hast du zu Brettspielen?

 

6. Du machst dir unter anderem recht außergewöhnliche Synthesizerklänge zu Nutze. Welches deiner Song-Arrangements ist dir deiner Ansicht nach am besten gelungen und warum? Wie genau sah die Arbeit daran aus?

 

7. Wie feinsinnig schätzt du das gegenwärtige Humorverständnis in Deutschland ein?

 

Zusatzfrage: Würdest du uns mit einem exklusiven Selfie eine Freude bereiten?*

 

Danke Albrecht! Genießen Sie, verehrte Leser, nun noch die Anlage aus Frage 6.

– Julian Gerhard

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* Unter diesem herrlichen Vorwand lässt sich ideal das Mobiliar der Interviewpartner auszuspionieren: Typ Xenos, XXXLutz, Selbstbastler, Sperrmüll oder gar ein wahrhaftiger Design-Freak? Dieser Voyeristentrick bleibt aber bitte unter uns!