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Ich bin heute mehrmals im Netz über das Kinder-Kostüm „Flüchtling – 1./2. Weltkrieg‘ für Mädchen & Jungen – Faschingskostüm“ gestolpert, das es bei Amazon im Marketplace zu kaufen gab. „Fail der Woche: Flüchtlingskostüme für Karneval bei Amazon
Geschmacklosigkeit kennt keine Grenzen“
titelte z.B. Tonspion. Wenn ich mich nicht irre, hat das Kostüm schon vor ein paar Monaten mal die Runde gemacht.

Doch der angebliche Skandal ist wahrscheinlich gar keiner, sondern ein „Paradebeispiel für die Tücken unserer Netzkultur“. Ein Rezensent hat sich die Mühe gemacht, etwas genauer hinzugucken und SpOn hat darüber berichtet.

„Der Ursprung dieser Kostüme ist England, wo es auch die meisten Abnehmer dafür gibt. In England gibt es sehr viele Tage in Grundschulen, die sich um historische Ereignisse drehen, zu denen sich dann die Kids passend kleiden sollen, um Geschichte besser erfahren zu können, dazu gehört auch tatsächlich ein „2. Weltkrieg Tag“. Eltern sind diesbezüglich dankbar, dass sie dann solche Kostüme für die Kids einfach bestellen können.“

In der Tat hat das Nachstellen von Geschichte in England eine lange Tradition und erfreut sich einer breiten Beleibtheit. In ganz Großbritannien spielen die Menschen an sogenannten „1940s Weekends“ das Leben in den Vierzigerjahren nach. Und zwar in allen Facetten des Zivil- und Kriegslebens. Vereine hegen und pflegen zeitgenössische Autos, Flugzeuge, Kriegs- und anderes Gerät und reisen damit zu den Treffen an.

Den gesamten Kontext bekommt ihr bei Spiegel Online.

Das Kostüm bekommt ihr aber nicht mehr bei Amazon, denn der Anbieter FanCy Me hat sämtliche WW-II-Verkleidungen entfernt. Und Skandal hin oder her, das ist wahrscheinlich auch besser so. Oder wie seht ihr das?