“Weil der ganze Abend scheußlich war”

13. Oktober 2008 · 2 Kommentare

Das wir ja alle die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises nicht gesehen haben, hier eine kleine Zusammenfassung.

Der “Eklat” mit gewissem Unterhaltungswert in voller Länge (Reich-Ranicki legt bei 3:00 los):

Reaktionen:
Marcel und Tommi – Spreeblick
Böse Miene zur blöden Gala – taz.de
Die glorreichen Drei: Was Marcel Reich-Ranicki, Elke Heidenreich und Kevin Kuranyi gemeinsam haben – off the record
Reich-Ranicki macht den Handke – faz.net
Eine Parade von Peinlichkeiten – sueddeutsche.de
Reich-Ranicki beim Fernsehpreis – aloha

“Weil der ganze Abend scheußlich war”, heute morgen im Deutschlandfunk:

Deutschlandfunk:Interview mit Marcel Reich-Ranicki

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Was lernen wir?
Marcel Reich-Ranicki guckt wie wir gerne Filme über Musik und dergleichen bei ARTE und auch 3sat.

Marcel Reich-Ranicki wird in der kommenden Woche sein Versprechen einlösen und mit Thomas Gottschalk über die Qualität im Fernsehen diskutieren. Das ZDF überträgt die Sendung “Aus gegebenem Anlass” am Freitag um 22.30 Uhr.

BTW: Das ZDF zeigt heute den Kultfilm “Wild Style” in der Reihe “Hip Hop You Don’t Stop”.

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  “Weil der ganze Abend scheußlich war”

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2 Kommentare

  1. Marc

    Gottschalk/Reich-Ranicki-Diskussion: Erste Zitate

    (16.10.2008) Am Freitag nun strahlt das ZDF die Diskussion zwischen Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk aus. Während Gottschalk – ersten Zitaten zu Folge – diplomatische Töne anschlägt, hat Reich-Ranicki seinen Frieden mit dem Fernsehpreis wohl noch nicht gefunden.

    Wenn am Freitag das ZDF mit der Sendung “Aus gegebenem Anlass” die Diskussion zwischen Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk ausstrahlt, wird am Wochenende wohl noch einmal ein kleines Beben durch Mediendeutschland gehen und schon bald dürfte die Debatte über die Programm-Qualität im Fernsehen wieder von anderen Themen überlagert werden, während die Stifter des Fernsehpreises sich daran machen, ihre Lehren für das kommende Jahr aus dem Eklat vom Wochenende zu ziehen.

    Die Sendung wurde am Mittwoch im Kurhaus Wiesbaden aufgezeichnet und wird am Freitag just auf dem Sendeplatz des Kulturmagazins “Aspekte” zu sehen sein. Nicht am Sonntag-Abend und nicht eine Stunde lang, wie Gottschalk dem zeternde Reich-Ranicki noch am Samstag auf der Bühne in Köln-Ossendorf versprochen hatte.

    Wie “Bild” berichtet, gehe Gottschalk gleich am Anfang des Gesprächs auf die Kritik des Literatur-Papstes ein. “Die Intendanten von ARD und ZDF würden vielleicht sogar das Fernsehen machen, das Du forderst. Aber sie machen es nicht, weil sie wissen, dass Ihr dann unter Euch wärt”, sagte Gottschalk der Zeitung zu Folge. Er erklärte auch, weswegen er sich “fast nur auf Toiletten” aufhalte. “Ich mache Fernsehen für die Masse. Dafür werde ich vom Feuilleton in die Tonne getreten und von den Klofrauen geliebt”.

    Reich-Ranicki kommentierte seinen Auftritt beim Deutschen Fernsehpreis am Mittwoch-Abend während einer Veranstaltung laut “Bild” mit den Worten: “Ich hörte mir diese ganze Feier an und war entsetzt. Es wurden da kleine Fernsehausschnitte geboten mit irgendwelchen Clowns, irgendwelchem Unsinn, Blödsinn, Dreck, komplettem Dreck. Sowas wird in Deutschland gesendet jeden Tag. Die Fernsehdirektoren sagen, dass Publikum wünscht es, als wäre das Publikum eine Ansammlung von Idioten.”

    http://www.dwdl.de/article/story_18171,00.html

  2. Marc

    Guten Tag, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

    Beim nächsten Mal gehe ich und nehme das Essen nicht an.

    Wenn ich das nächste Mal mit Bekannten aus der Informationselite zusammensitze und wieder ein Webdesigner oder Dramaturg oder Hauptstadtjournalist verkündet, dass er überhaupt gar nicht mehr fernsieht, dann verschwinde ich lieber. Zigmal habe ich diese Botschaft schon gehört. Immer triumphal in die Umgebung getutet, als habe der zukünftige Nicht-Fernseher die Armut auf der Welt ein für alle Mal abgeschafft. Selbstverständlich soll ich mich in diesen Momenten schämen, weil ich mein Geld mit TV verdiene. Und ebenso selbstverständlich hat mir Marcel Reich-Ranicki am vergangenen Wochenende hinter die Ohren geschrieben, was meine klugen Bekannten schon immer wussten. Alles nur Blödsinn.

    Seit der alte Mann beim Fernsehpreis zürnte, war ich an der Produktion von drei Fernsehsendungen beteiligt. Ich durfte den beeindruckenden Mario Adorf interviewen. Zehn Jahre jünger als Reich-Ranicki. Vielleicht ist er deswegen viel geschliffener, viel eleganter, viel feiner, wenn er sich zu Geschmacksfragen äußert. Die Zuschauer mochten es, und mir war es ein Genuss. Am Folgetag haben wir zwei Sendungen in der Technischen Universität Berlin aufgezeichnet. Reich-Ranicki würde wegen des Titels der RBB-Sendung – “Kluge Köpfe” – unmittelbar Feuer speien. Kann es im Fernsehen nicht geben, denn schließlich sind in der Glotze alle doof. Außer seinem neuen Duzfreund Thomas Gottschalk, versteht sich.

    Tatsächlich ist der Titel unserer Gespräche mit Wissenschaftlern unglücklich gewählt. Denn die versammelten Professoren sind nicht einfach nur fuchsklug, sondern herausragende Geister. Mit solchen Menschen über Themen wie die Energiewende oder das Universum der Mathematik zu sprechen, ist ein Abenteuer.
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    Die beteiligten Redakteurinnen haben diese Sendungen mit der Wucht einer Diplomarbeit vorbereitet. Haben Bücher gelesen, Fachzeitschriften ausgewertet, Veranstaltungen besucht und anschließend eine spannende Gesprächsdramaturgie entworfen. So arbeiten wir nicht ausnahmsweise, sondern allermeistens.

    Doch, doch, ich fände es berückend, wenn eine solche Sendung die zehn Millionen Zuschauer hätte, die sich freuen, wenn bei “Deutschland sucht den Superstar” Dieters Spucke spritzt. Es wäre prima, wenn wir den gedimmten Naturen, die Heidi Klums Model-Unfug lieben, etwas Licht bringen dürften.

    Nein, ich habe keine Erklärung, warum 200.000 Menschen Mario Barth nicht nur im Fernsehen lieben, sondern auch noch im Olympiastadion zujubeln wollen. Ich weiß nicht, was bei denen schief läuft, aber ich kann es gewiss nicht ändern. Aber ich kann mich an denen aufrichten, die eben auch das deutsche Fernsehen hervorgebracht hat: Bastian Pastewka, Olli Dittrich, Anke Engelke, Hape Kerkeling und und und.

    Nehmen wir an, einer der Genannten dürfte die Laudatio auf einen Buchpreisträger halten. Keiner von denen würde so grob sein und alle Leser und Schreiber pauschal beschimpfen, nur weil Rosamunde Pilcher hohe Auflagen hat.

    Herzlich, Jörg Thadeusz

    P.S. Am Freitag um 22.30 Uhr sendet das ZDF “Aus gegebenem Anlass” mit Thomas Gottschalk und Marcel Reich-Ranicki

    http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/wer-ist-schuld-an-rosamunde-pilcher/

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