Hurricane Festival 2008
26. Juni 2008 · 7 KommentareSo viel steht fest: Meine 11. Scheeßeler Festspieltage werden nicht die letzten gewesen sein.
Dieses Jahr ging schon gut los, denn nie war die Anreise so entspannt wie dieses Jahr. Kein Wunder, denn das Tourbus Personal hatte sich mehrere Wochen auf das Hurricane Wochenende vorbereit hat, ist regelrecht abgetaucht. Aber auch das W2-Gastro-Team hatte ganze Arbeit geleistet. Ohne Probleme konnte nach staufreier Fahrt am Freitag gegen 15.30 Uhr der reservierte Platz trocken (nicht nass) eingenommen werden.
Nach ersten Entspannungsübungen begann das Festival wie geplant pünktlich um 18.00 Uhr mit Rodrigo y Gabriela auf der blue Stage. Die beiden „Götter an den Gitarren“ (Frickler vor dem Herrn) coverten u.a. “Stairway To Heaven” und “Wish You Were Here”. Meine Erwartungen haben die Mexikaner voll erfüllt, auch wenn sie meiner Meinung nach eigentlich nichts für die ganz große Bühne sind. Freunden der Akustik-Klampfen empfehle ich einen Konzertbesuch der hierzulander eher unbekannten Duos.
Weiter ging es mit Monster Magnet auf der green Stage. Trotz einem sichtlich fetter gewordenen Dave Wyndorf lieferten Monster Magnet eine recht solide und Vorstellung ohne nackte Frauen ab, die man sich vielleicht auch hätte sparen können. Wobei “Spacelord Motherfucker” mitbrüllen und ein wenig Pogo im Staub können auch Spaß machen.
Rüber zu Deichkind, die das zweite Jahr in Folge die Massen jetzt mit Ferric MC, ohne Buddy Inflagranti und neuer Zitze zum Hüpfen brachten.
Deichkind lieferte nichts Neues aber 2x “YippieYippieYeah” “REMMIDEMMI” ab. Bei geschätzten zwei Promille vom Bierstand aus aber recht amüsant anzuschauen.
Nach einer kurzen Pause und Spielereien mit einer Mülltonne
kam der erste Höhepunkt des Festivals.
Jan Delay & Disko No. 1 rockten! Der Delay Lama und die tighteste Band des gesamten Festivals, Disko No. 1 sind für die große Bühne bestimmt. FUNK ist für die große Bühne bestimmt.
Neu im Gepäck: „Ganz anders“ und ein Cover von Deichkinds “REMMIDEMMI” gepaart mit Blurs “Song 2″! “REMMIDEMMI” ist damit wohl der meist gespielte Titel des Festivals gewesen.
The brothers gonna work it out!
Das letzte Konzert am Freitag lieferten die Chemical Brothers ab. Diese hatten definitiv die schärfste und größte Video-Leinwand in my entire live career am Start.
Musikalisch haben sie mich zwar nicht voll überzeugen können, aber wahrscheinlich habe ich nur den Schwenk von Funk auf Big Beat nicht ganz verkraftet. Die Lightshow war grandios und natürlich bin ich bei “Block Rockin Beats” am Ende auch richtig abgegangen.
Kommen wir nun zu einem ernsteren Thema: Samstag stand nach einem zünftigen Frühstück bei Steak und Bier zunächst ein lockerer Lauf ums Gelände an, dem ein Duschbad folgte. In meiner gesamten Festival-Karriere (immerhin 17 Festivals seit 1993) habe ich noch nie auf einem Festival geduscht. Wozu auch. Samstag war die Dusche jedoch fällig und mindestens 90 Minuten habe ich mich besser gefühlt.
Am Samstag hatten wir es nicht eilig, so dass der erste richtige Gig The Subways gewesen sind. Das Trio hatte ich vor drei Jahren im Vorprogramm von Weezer gesehen. The Subways hatten einige Songs vom neuen Album im Programm, die mich jedoch alle nicht vom Hocken hauten. Insgesamt machen die drei aber ordentlich Krach und boten eine wirklich gute Show.
Vor den Foo Fighters ging es zunächst wie geplant mit Fußball (Russland – Holland) weiter. Die holländischen Fans haben mir sogar für einen kurzen Augenblick leid getan, hatte ich sogar auf Holland getippt.
Headliner Foo Fighters mit Dave Grohl an der Front haben ordentlich Krach gemacht und ich war erstaunt, wie textsicher die Meute gewesen ist. Intro.de schreibt treffend:
Dennoch bleibt es eine beeindruckende Leistung Leistung wie Grohl es mit seiner perfekt eingespielten Band geschafft hat, […] dass er diese Musik durch seine kaugummikauenden Gitarrenschrubber-Charme mühelos auf Stadionrock-Level hochgebracht hat. […]Außerdem merkte man wieder einmal, was die Bandgeschichte inzwischen an Hits hochgespült hat – selbst noch auf dem letzten Album, was die Wirkung von ‘Road To Ruin‘ auf dem Menschenmassen gut belegte.
Anschließend ging es zum 2. Mal nach den enttäuschenden Does It Offend You, Yeah? ins Zelt zu Digitalism aus Hamburg. Wobei wir uns eigentlich nur im Eingangsbereich des Zeltes aufgehalten haben, da dieses aus allen Nähten zu platzen schien. Wie die Chemical Brothers am Vorabend bewies auch das Hamburger Duo, dass man mit Electronica die Festival-Crowd rocken kann. Da ging einiges und gern mal wieder bei Gelegenheit in Hamburg.
The Notwist, Tocotronic, Sigur Rós und Radiohead sollten mein Lineup für den Sonntag bilden. Nur noch Portishead hätte diesen Sonntag noch perfekter gestalten können. Calexico haben wir auch noch mitgenommen.
The Notwist sind und bleiben großartig. Punkt. Aber um 14.00 Uhr am Sonntag vielleicht ein wenig deplatziert. Das Interesse war auch nicht besoners groß. Egal, 45 Minuten sind natürlich viel zu kurz und deswegen geht’s am 23. August auch auf Kampnagel wo The Notwist zusammen mit dem ANDROMEDA MEGA EXPRESS ORCHESTRA spielen, das auf dem aktuellen Album “The Devil, You + Me” mitwirkte.
Calexico im Anschluss kannte ich überhaupt nicht, aber die “Beats” gefielen nicht nur mir. :D
[youtube _soKL3xtKqk Hüftschwung]
Weiter ging es mit, und mit kurzer Unterbrechung wegen Regens, mit Tocotronic. Die Pause habe ich für eine weitere Grillung und Sachen packen genutzt. By the way: Das Wetter war ansonsten perfekt! Etwas staubig vielleicht, aber dagegen hilft viel trinken.
Sigur Rós machen außergewöhnliche Musik und beeindruckten auch als “Vorgruppe” von Radiohead. Auf Sigur Rós muss man sich einlassen, wem das gelingt, wird nicht enttäuscht. Kommt nach Hamburg und ich bin dabei.
Wie bei Sigur Rós schon war auch das Gedränge bei Radiohead vor Beginn nicht groß, so dass wir ohne Probleme in den zweiten Ring gekommen sind und ich mit meiner kleinen Lumix sogar ordentliche Bilder schießen konnte.
Radiohead spielten “9 out of 10″ vom aktuellen Album „In Rainbows“ und insgesamt 20 Titel. Band, Sound und Licht (nicht nur das auf der Bühne, sondern auch am Himmel) waren überragend.
Viele haben vielleicht mehr oder sogar Hits erwartet, aber hey das sind Radiohead gewesen. Haben Radiohead bis auf “Creep” überhaupt einen Hit der für eine Festival taugt? Und soweit ich weiß, wird “Creep” nicht gerade häufig live performt.
Hurricane, so kann es weitergehen. Bitte noch mehr Bands nach meinen Geschmack und diese dann immer schön parallel zu Billy Talent, Maximo Park & Co. auftreten lassen, so dass ich es auch noch mit 54 als Hurricane-Oldie gut vor die Bühne schaffe und Spaß auf Festivals habe.
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26. Juni 2008, 11:29 Uhr
Ok, der Artikel im Abendblatt macht Hoffnung, noch genug Zeit für viele Festivals ;-)
27. Juni 2008, 13:40 Uhr
Danke für Bericht, werde mir die Videos heute abend anschauen…11 Hurricanes ??????????????? Wahnsinn!
27. Juni 2008, 13:41 Uhr
11 Hurricanes ganz genau. Ich habe nur im Jahr 2000 gefehlt, da mein Kalender die 2k Umstellung nicht geschafft hat.
29. Juni 2008, 10:41 Uhr
Sehr schöne Bilder vom Festival. Du warst sogar Laufen?! und danach Duschen?! Nun gut, damit gehörst Du sicherlich zu einer Randgruppe der Festivalbesucher. Macht Spass den Bericht zu lesen.